Saunasteine wechseln: wann ist es Zeit?
Saunasteine sind einem dauerhaften Wechsel aus großer Hitze und plötzlicher Abkühlung durch das Aufgusswasser ausgesetzt. Diese thermische Belastung hinterlässt mit der Zeit Spuren am Gestein. Anders als bei vielen anderen Verschleißteilen gibt es für den Steinwechsel keine feste Zeitangabe, die für jede Sauna gleichermaßen gilt – stattdessen lohnt sich ein regelmäßiger, aufmerksamer Blick in den Ofen, um die richtigen Anzeichen rechtzeitig zu erkennen.
Warum Saunasteine überhaupt verschleißen
Jeder Aufguss bedeutet für die Steine einen abrupten Temperaturschock: Die zuvor stark aufgeheizte Oberfläche trifft auf kühleres Wasser, verdampft es augenblicklich und kühlt dabei selbst kurzfristig ab, bevor sie erneut aufgeheizt wird. Diese wiederholte thermische Spannung führt mit der Zeit zu feinen Rissen im Gestein, die sich bei fortgesetzter Nutzung vergrößern können. Zusätzlich lagern sich über die Zeit Mineralien aus dem Aufgusswasser an der Oberfläche ab, was die Steine zusätzlich strapaziert. Wie stark und wie schnell dieser Verschleiß fortschreitet, hängt stark von der individuellen Nutzung der Sauna ab und lässt sich daher nicht pauschal in eine feste Zeitspanne fassen.
Sichtbare Anzeichen für verschlissene Steine
Statt sich auf eine feste Zeitangabe zu verlassen, orientieren Sie sich am besten an den sichtbaren und hörbaren Anzeichen, die verschlissene Saunasteine zeigen. Ein deutliches Signal sind feine oder größere Risse in der Steinoberfläche, die bei genauerem Hinsehen erkennbar werden. Ebenso ist beginnender Zerfall ein klares Warnzeichen: Wenn sich beim Berühren oder leichten Bewegen der Steine kleine Bruchstücke lösen, hat das Gestein seine strukturelle Stabilität bereits eingebüßt. Auch eine zunehmende Staubbildung im und um den Ofen deutet darauf hin, dass sich Steine langsam zersetzen. Ein weiteres, gut hörbares Zeichen ist ein klapperndes oder schepperndes Geräusch beim Aufguss oder beim Berühren der Steine, das auf lockere, gebrochene Bruchstücke im Steinbett hinweist.
Wie oft sollten Sie kontrollieren?
Statt eine feste Zahl an Aufgüssen oder Jahren zu nennen, empfiehlt es sich, die Saunasteine in regelmäßigen Abständen visuell zu prüfen – etwa wenn Sie ohnehin die Kabine reinigen oder den Ofen entkalken. Wer die Sauna intensiv und häufig nutzt, wird zwangsläufig früher Verschleißerscheinungen bemerken als jemand, der sie nur gelegentlich einsetzt. Entscheidend ist nicht ein starres Intervall, sondern die aufmerksame Beobachtung des tatsächlichen Zustands der Steine im eigenen Ofen.
Sicher vorgehen beim Austausch
Bevor Sie verschlissene Steine austauschen, muss der Ofen vollständig abgekühlt sein. Saunasteine speichern Wärme über einen längeren Zeitraum, sodass sie auch nach dem Ausschalten des Ofens noch gefährlich heiß sein können. Warten Sie deshalb ausreichend lange, bis der gesamte Ofenbereich spürbar erkaltet ist, bevor Sie mit dem Hantieren beginnen. Tragen Sie beim Herausnehmen und Einlegen der neuen Steine robuste Handschuhe, um sich vor scharfen Kanten und möglichen Restwärme-Stellen zu schützen. Entfernen Sie beim Austausch auch lockeren Steinstaub und kleinere Bruchstücke aus dem Ofeninneren, bevor Sie die neuen Steine einlegen.
Neue Steine richtig einbringen
Nach dem Entfernen der alten Steine ist der Austausch ein guter Zeitpunkt, um die Schichtung insgesamt zu überdenken. Größere Steine gehören dabei traditionell weiter unten in die Nähe der Heizstäbe, kleinere Steine weiter oben, und zwischen den einzelnen Steinen sollte stets ausreichend Raum für die Luftzirkulation bleiben. Wie diese Schichtung im Detail gelingt, erklären wir ausführlich in unserem Beitrag Saunasteine richtig schichten, der sich ideal als Ergänzung zu diesem Artikel eignet.
Die Wahl des Gesteins beim Neukauf
Beim Austausch stellt sich auch die Frage, welches Gestein erneut zum Einsatz kommen soll. In unserem Sortiment finden sich sowohl klassische Diabas-Saunasteine als auch Olivin-Diabas-Varianten aus finnischer Herkunft, die sich in Optik und mineralischer Zusammensetzung unterscheiden, aber beide für den Einsatz im Saunaofen geeignet sind. Der Vergleich Diabas vs. Olivin-Saunasteine hilft bei der Entscheidung, welche Steine am besten zu Ihrem Ofen und Ihren Vorlieben passen.
Alte Steine richtig entsorgen
Verschlissene Saunasteine gehören nicht in den normalen Hausmüll, sondern können in der Regel über die kommunale Wertstoff- oder Bauschuttentsorgung abgegeben werden, da es sich um mineralisches Material handelt. Informieren Sie sich bei Unsicherheit direkt bei Ihrem örtlichen Wertstoffhof, welche Entsorgungswege dort für Natursteine vorgesehen sind. Sammeln Sie die alten Steine am besten in einem stabilen Behälter, bis Sie zur Entsorgung transportiert werden, damit keine scharfkantigen Bruchstücke lose herumliegen.
Nutzen Sie den Moment des Austauschs außerdem, um den Ofen insgesamt in Augenschein zu nehmen. Prüfen Sie, ob sich im Ofeninneren größere Mengen an Steinstaub oder Kalkrückständen angesammelt haben, und reinigen Sie den Bereich bei Bedarf vorsichtig. Wenn Ihnen dabei ungewöhnliche Verfärbungen, Beschädigungen an den Heizstäben oder andere Auffälligkeiten am Ofen selbst auffallen, sollten Sie dies von einer Fachkraft begutachten lassen, statt es auf eigene Faust zu reparieren.
Fazit
Statt sich auf eine feste Zeitangabe zu verlassen, sollten Sie Ihre Saunasteine regelmäßig auf Risse, Zerfall, Staubbildung und klappernde Geräusche prüfen. Zeigen sich diese Anzeichen, ist ein Austausch fällig. Gehen Sie dabei immer erst nach vollständigem Abkühlen des Ofens und mit Handschuhen vor, und nutzen Sie den Wechsel gleich, um die Steine sauber neu zu schichten. So bleibt Ihr Saunaofen dauerhaft leistungsfähig und der Aufguss angenehm gleichmäßig.