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Pflege & Anwendung

Aufguss richtig machen

Der Aufguss gehört für viele zum eigentlichen Höhepunkt eines Saunagangs. Wasser trifft auf die heißen Saunasteine, verdampft schlagartig und sorgt für den charakteristischen Hitzeschub, der die Sauna erst richtig spürbar macht. Damit dieser Moment angenehm bleibt und keine Risiken birgt, kommt es auf die richtige Technik, die passende Dosierung und einen respektvollen Umgang mit dem entstehenden Dampf an.

Sicherheitshinweis: Beim Aufguss entsteht schlagartig heißer Wasserdampf, der zu Verbrühungen führen kann. Übergießen Sie die Steine deshalb stets mit ausreichendem Abstand und wenden Sie sich beim Übergießen leicht vom Ofen ab, statt direkt über die Steine gebeugt zu stehen. Beachten Sie zusätzlich die Hinweise der Hersteller Ihres Ofens und Ihrer Saunasteuerung zum sicheren Betrieb.

Was beim Aufguss eigentlich passiert

Sobald Wasser auf die heißen Saunasteine trifft, verdampft es nahezu augenblicklich. Der entstehende Wasserdampf steigt in der Kabine auf und sorgt kurzfristig für eine spürbar erhöhte gefühlte Hitze, auch wenn sich die tatsächliche Lufttemperatur nicht in gleichem Maß ändert. Dieser physikalische Effekt ist es, der den typischen Hitzeschub eines Aufgusses ausmacht und der sich durch die Menge des aufgegossenen Wassers sowie die Art des Übergießens steuern lässt.

Die richtige Kellentechnik

Für den Aufguss wird üblicherweise eine Aufgusskelle verwendet, mit der das Wasser dosiert über die Steine gegossen wird. Wichtig ist dabei ein gleichmäßiges, kontrolliertes Übergießen statt eines schnellen, unkontrollierten Schwungs. Verteilen Sie das Wasser bewusst über die gesamte Fläche des Steinbetts, statt es an einer einzigen Stelle zu konzentrieren – so verdampft es gleichmäßiger und der Dampf verteilt sich harmonischer in der Kabine. Gießen Sie das Wasser zudem nicht zu nah an den Steinen, sondern aus einer gewissen Höhe, damit der aufsteigende Dampf nicht unmittelbar auf Ihre Hände oder Ihr Gesicht trifft.

Dosierung: weniger ist oft mehr

Ein häufiger Anfängerfehler besteht darin, zu viel Wasser auf einmal aufzugießen, in der Hoffnung auf einen besonders intensiven Effekt. Tatsächlich führt eine zu große Wassermenge eher zu einem unangenehm plötzlichen, überwältigenden Hitzeschub als zu einem angenehmen Saunaerlebnis. Gießen Sie stattdessen lieber in kleineren, dosierten Mengen auf und beobachten Sie, wie sich die Wärme in der Kabine entwickelt. Diese zurückhaltende Dosierung lässt sich bei Bedarf jederzeit steigern, während ein zu intensiver erster Aufguss die gesamte Saunazeit unangenehm werden lassen kann.

Pausen zwischen den Aufgüssen einhalten

Zwischen einzelnen Aufgüssen sollte immer eine spürbare Pause liegen, damit sich die Kabinenluft und die Saunasteine wieder etwas beruhigen können, bevor der nächste Dampfstoß folgt. Wird zu schnell hintereinander aufgegossen, kann sich die Hitze in der Kabine so stark aufbauen, dass der Aufenthalt unangenehm anstrengend statt entspannend wird. Achten Sie außerdem darauf, wie sich Ihr eigener Körper und die anderen Personen in der Kabine fühlen, und passen Sie den Rhythmus der Aufgüsse entsprechend an, statt sich an ein starres Schema zu halten.

Vor dem Aufguss: kurz lüften

Es hat sich bewährt, die Kabine vor einem neuen Saunagang beziehungsweise vor dem ersten Aufguss kurz zu lüften, damit frische, sauerstoffreiche Luft nachströmt. Eine gut durchdachte Belüftung sorgt dafür, dass die Luftqualität während des gesamten Saunagangs angenehm bleibt und der Aufguss sein volles Potenzial entfalten kann, ohne dass die Kabine bereits vorher „verbraucht" wirkt.

Die Grundlage: gut geschichtete Steine

Ein gelungener Aufguss beginnt nicht erst beim Übergießen, sondern bereits bei der Schichtung der Saunasteine im Ofen. Nur wenn die Steine locker genug liegen und Luft sowie Dampf ungehindert zirkulieren können, verteilt sich die Hitze beim Aufguss gleichmäßig in der Kabine. Wie Sie Ihre Saunasteine richtig schichten, erfahren Sie in unserem Beitrag Saunasteine richtig schichten, der sich ideal als Vorbereitung auf diesen Artikel eignet.

Aufgusswasser und Zusätze mit Bedacht wählen

Für den klassischen Aufguss genügt gewöhnliches Wasser, das die typische, unverfälschte Dampfwirkung erzeugt. Wer zusätzliche Duftnoten mag, greift häufig zu speziell für den Saunaaufguss vorgesehenen Konzentraten, die dem Wasser beigemischt werden. Achten Sie dabei stets darauf, ausschließlich Produkte zu verwenden, die ausdrücklich für die Verwendung im Saunaofen vorgesehen sind, und dosieren Sie sie sparsam. Geben Sie Konzentrate ausschließlich verdünnt ins Aufgusswasser – niemals unverdünnt oder als reines Öl direkt auf die heißen Steine, da dabei Entzündungs- und Verpuffungsgefahr besteht. Zu stark konzentrierte Mischungen können außerdem unangenehm intensiv wirken und unter Umständen Rückstände auf den Steinen oder im Ofenbereich hinterlassen.

Berücksichtigen Sie außerdem, dass nicht jede Person die gleiche Hitze- und Dampfmenge als angenehm empfindet. Sitzen mehrere Personen gemeinsam in der Kabine, lohnt sich eine kurze Absprache vor dem Aufguss, damit Dosierung und Rhythmus für alle Anwesenden passen. Wer die Kabine allein nutzt, kann Menge und Tempo dagegen ganz nach dem eigenen Empfinden anpassen und so herausfinden, welche Aufgusstechnik am angenehmsten wirkt.

Fazit

Ein gelungener Aufguss ist eine Frage von Technik, Dosierung und Timing: gleichmäßig und mit Abstand übergießen, lieber in kleinen Mengen dosieren, ausreichend Pausen zwischen den Aufgüssen einhalten und beim Übergießen selbst auf ausreichend Sicherheitsabstand zum aufsteigenden Dampf achten. Wer diese Grundprinzipien beherzigt, holt aus jedem Saunagang ein angenehmes und stimmiges Erlebnis heraus – unabhängig davon, ob der Ofen elektrisch oder mit Holz beheizt wird.

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